++++Die ersten Wintergäste sind eingetroffen ++++

Der Vogelzug über Baden-Württemberg ist in vollem Gange: Jedes Jahr verlassen etwa 250 Millionen Zugvögel ihre Brutgebiete in Deutschland, um in Südeuropa oder Afrika zu überwintern.

Seit etwa einer Woche halten sich bis zu 12.000 Reiherenten und Tafelenten vor dem alten Eriskircher Strandbad auf. Es handelt sich um eingetroffene Überwinterungsgäste, die zwischen den großen Bodensee-Rieden Wollmatinger Ried/Ermatinger Becken und Eriskircher Ried ihre Tages-Rastplätze wechseln. Auch sind seit dem 12. November die ersten Singschwäne im Eriskircher Ried aufgetaucht, in den letzten Jahren waren sie allerdings schon einen Monat früher eingetroffen.

Der sichtbare Kleinvogel-Durchzug entlang des Bodenseeufers ist weiterhin aktuell bemerkbar, so zogen noch am 13. November mindestens 2000 Kleinvögel uferlängs nach Nordwesten, darunter 800 Wacholderdrosseln, etliche hoch nordische Rotdrosseln auf dem Weg Richtung Mittelmeer und auch die ersten Trompetergimpel (Pyrrhula pyrrhula pyrrhula) aus dem nordöstlichsten russischen Europa überflogen nun unser Gebiet, ein seit einigen Jahren sich wiederholendes Schauspiel.

In diesem Jahr konnte kein massives Auftreten von sogenannten Invasoren festgestellt werden wie zum Beispiel Meisen, Eichelhäher oder andere.

Der insgesamt recht schwache diesjährige sichtbare Kleinvogel-Vogelzug konnte in diesem Jahr nur an wenigen Tagen kontrolliert werden, Zähl-Kontrollen werden aber bis Anfang Dezember beibehalten." 

 

Foto: OKlose

Foto: Monika Povel

 

 

Erste Meldungen vom Vogelzug

 

Seit Oktober halten sich etwa 14.000 Tauchenten vor dem alten Eriskircher Strandbad auf. Sie befinden sich momentan auf dem Durchzug Richtung Mittelmeer. Einige davon werden aber  bereits hier den Bodensee als Winterquartier nutzen. Es handelt sich überwiegend um Reiherenten (etwa 10.000), den Rest bilden Tafelenten (etwa 4000).

Bei Kontrollen des sichtbaren Tagzuges von Kleinvögeln gab es bislang keinen Hinweis auf überdurchschnittliches Auftreten von Invasionsvögeln (zum Beispiel Meisen, Eichelhäher usw.), die geringen Finkenzahlen blieben im bekannten Rahmen der letzten Jahre. Wohl aber konnte als Irrgast ein zentralsibirischer Laubsänger, ein Gelbbrauen-Laubsänger Phylloscopus inornatus am 3.10.2016 beim Seewiesenesch in Friedrichshafen Ost nachgewiesen werden (M. Hemprich, R. Morgen), es gelangen sogar Tonaufnahmen als Belege für diesen äußerst seltenen Durchzügler.

Erst ab November werden regelmäßige Vogelzugkontrollen am Bodenseeufer in Eriskircher Ried in diesem Jahr durchgeführt, die bis Anfang Dezember andauern werden, um den durch den Klimawandel Richtung Winter verschobenen Vogelzug zu dokumentieren.

 

 

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https://baden-wuerttemberg.nabu.de/news/2016/21485.html