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Aktuelles aus dem Eriskircher Ried

Neben der Bedeutung als wichtiger Rastplatz für Wasservögel auf den Seeflächen (Taucher und Enten) und Limikolen (Strandläufer, Wasserläufer) in den Uferbereichen kommt dem Eriskircher Ried besondere Bedeutung für die Kleinvögel auf ihrem Herbstzug zu. Der Bereich der stärksten Kanalisierung des Breitfronten-Zuges am gesamten nördlichen Bodenseeufer befindet sich hier im Eriskircher Ried. Seit den 1950-er Jahren erfolgen Zählungen, die besonders zwischen 1977-1985 zu wesentlichen Erkenntnissen über den Durchzug von Kleinvogelarten durch tägliche Erfassungen der Durchzügler beitrugen.

Aktuell ist der Durchzug der tagziehenden Kleinvögel zum einen durch Regenperioden, zum anderen an sommerlichen Tagen durch sehr hohen Durchzug kaum auffällig, zumal wir erst am Anfang der massiven Durchzugperioden stehen. Gegen Ende des Monats werden Gruppen und Trupps uferlängs ziehender Kleinvögel auffällig werden. Schon jetzt kann aber ein geübter Beobachter überhin ziehende Schafstelzen, Baumpieper oder auch einzelne Wespenbussarde auf ihrem Weg nach Afrika beobachten.

Bis zu 40 Brachvögel aus dem Rheindelta-Bestand halten sich seit einigen Wochen auf dem Traditionsplatz Flughafen-West auf und sind neben den Start-und Landebahnen nahrungsuchend zu entdecken. Abends fliegen sie dann wieder zu den etwa 20 km entfernten Schlafplätzen im österreichischen Rheindelta zurück.

Zum aktuellen Zuggeschehen erfahren Sie in den nächsten Wochen an dieser Stelle mehr.

 

(Hemprich/Knötzsch)

Baumpieper Foto:Oscar Klose NABU                        Baumpieper Foto:Olaf Rambow NABU

Wespenbussard Foto: Christiane Bernitt NABU

Neue Rekordbeteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel

Haussperling bleibt häufigster Gartenvogel

Mit über 190.000 Sichtungen liegt der Haussperling klar auf Platz 1! Foto: Frank Derer

1. Juni 2017 - Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine neue Rekordbeteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel, die am zweiten Mai-Wochenende vom 12. bis 14. Mai stattfand. 60.000 Teilnehmer haben aus fast 40.000 Gärten Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,8 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise. Nach der Premierensaison 2005 gab es in diesem Jahr die größte Beteiligung an der „Stunde der Gartenvögel“.

„Der NABU freut sich nicht nur über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dieser Mitmachaktion. Die Daten zeigen auch, dass die wiederholte Teilnahme an der ‚Stunde der Gartenvögel‘ zu besserer Kenntnis der Vogelwelt führt. Das lässt auch darauf hoffen, dass sich immer mehr Menschen für eine besonders vogel- und naturfreundliche Gartengestaltung entschließen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

 

Blick durchs Fernglas - Foto: NABU/Guido Rottmann

60.000 Teilnehmer hielten Ausschau nach den Vögeln. - Foto: NABU/Guido Rottmann

Mit durchschnittlich 35,22 Vögeln pro Garten wurden in diesem Jahr 4,1 Prozent weniger Vögel gezählt als im vergangenen Mai, allerdings immer noch etwas mehr als im langjährigen Mittel von 35 Vogelindividuen pro Garten. Dieses Ergebnis bewegt sich innerhalb der normalen Schwankungen der bisherigen Zählergebnisse und ist eine willkommene Entwarnung nach dem bei der vergangenen Stunde der Wintervögel festgestellten auffälligen Fehlen von Vögeln am Futterhäuschen. Die Winterzahlen lagen damals satte 16 Prozent unter dem Vorjahr bzw. 15 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

Die erhoffte eindeutige Erklärung für das Fehlen der Wintervögel konnte die Mai-Zählung nicht liefern. „Waren die Winterzahlen unserer Meisenarten noch um 30 bis 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, sind es nun zur Brutzeit lediglich zehn bis 20 Prozent. Dies passt sowohl zur Theorie, dass ein Großteil des Fehlens durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten verursacht wurde, als auch dazu, dass ein schlechter Bruterfolg 2016 die Ursache war“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

 

Die Sichtungen der Mauersegler nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent zu. - Foto: Stephan Güthlein/www.naturgucker.de

Die Sichtungen der Mauersegler nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent zu. - Foto: Stephan Güthlein/www.naturgucker.de

Insgesamt zeigt das Ergebnis, dass von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langjährige Bestandszu- oder -abnahmen geschlossen werden könne. Mauersegler und Mehlschwalbe, die über Jahre stark abgenommen hatten, trotzten den allgemein in diesem Jahr etwas niedrigeren Zahlen und wurden um 29 Prozent (Mauersegler) bzw. 18 Prozent (Mehlschwalbe) häufiger gesehen als im Vorjahr. Leider reicht dieses Hoffnungszeichen noch nicht, um den langjährig abnehmenden Trend umzukehren. Sie erreichen immer noch nur 70 Prozent der Zahlen von 2006. „Der Verlust von Nistplätzen an Gebäuden und ein starker Rückgang ihrer Fluginsektennahrung macht ihnen zu schaffen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Gerade beim Mauersegler ist zu beobachten, dass die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr besonders im Norden deutlich höher sind, während sie im Süden des Landes im Bereich des Vorjahres liegen. Hier zeigt sich der Einfluss der Witterung auf die Zählergebnisse eines einzelnen Jahres. Im Norden war 2016 vermutlich schlechteres Flugwetter für diesen spezialisierten Luftakrobaten.

 

„Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die im Rahmen der ‚Stunde der Gartenvögel‘ ermittelten Bestandsdaten vor allem durch die jährliche Wiederholung wertvoll werden. Nur langjährige Datenreihen können über wetterbedingte Ausschläge einzelner Jahre hinaus zuverlässige Bestandstrends anzeigen“, so Lachmann weiter. Die kontinuierlichen Abnahmen bei Amsel, Grünfink und Hausrotschwanz setzen sich fort. Die ursprünglichen Waldvogelarten Ringeltaube und Buntspecht werden häufiger in Gärten gezählt, während die bisher beobachtete starke Bevölkerungszunahme beim Feldsperling zum Stillstand gekommen ist. 

Während sich bei den Vögeln unserer Dörfer und Städte über die Jahre Zu- und Abnahmen unter den Vögeln die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die Bestände typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn regelrecht zusammen. 

Die nächste „Stunde der Wintervögel“ findet vom 5. bis 7. Januar 2018 statt.

 

Jahresprogramm 2017
NABU EkMb-FNTT-LA_Jahresprogramm2017.pdf
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Foto:Reinhard Paulin NABU