++++Der Waldkauz - Vogel des Jahres 2017++++

Foto: Marcus Bosch/NABU

Der NABU hat den Waldkauz zum „Vogel des Jahres 2017“ gekürt – eine Eule, die alte, höhlenreiche Bäume, viele Mäuse sowie eine naturnahe Forst- und Landwirtschaft zum Überleben braucht. In Baden-Württemberg leben rund 8.000 Brutpaare. „Der Waldkauz ist das ganze Jahr über bei uns zuhause. Er ist zwar im ganzen Land verbreitet, aber nirgends häufig“, erklärt Stefan Bosch, NABU-Fachbeauftragter für Vogelschutz. „Meist merkt man nur an seinem aus Gruselfilmen bekannten Ruf, dass er da ist. Den hervorragend getarnten Vogel zu beobachten, ist trotz seiner Größe nicht ganz leicht.“

Der Waldkauz ist nicht gefährdet und sowohl deutschland- als auch landesweit die häufigste Eulenart. Im Gegensatz zu vielen anderen Brutvögeln sind die Bestände des Waldkauzes in Baden-Württemberg langfristig stabil. Auf kurze Sicht können sie dennoch erheblich schwanken: Wie alle Beutegreifer ist auch der Waldkauz davon abhängig, genug Nahrung für sich und seinen Nachwuchs zu finden. Diese besteht hautsächlich aus Mäusen, aber auch aus Singvögeln wie Sperlinge und Amseln und anderen Kleintieren. „Schlechte Mäuse-Jahre sind auch schlechte Waldkauz-Jahre“, erklärt Bosch. Bestandseinbrüche in schlechten Jahren kann der Waldkauz in den Folgejahren meist schnell wieder ausgleichen, wenn er wieder mehr Mäuse erbeutet. „Wie so oft regelt hier die Beute den Bestand der Beutegreifer und nicht umgekehrt, wie man lange dachte“, sagt der Vogelexperte.

Der Waldkauz bevorzugt als Lebensraum lichte Wälder und Landschaften mit Hecken und Gebüschen. Unverzichtbar sind alte Bäume, in deren Höhlen er brüten kann. „Reine Fichtenforste und ausgeräumte Feldfluren ohne Hecken und Blühflächen sind für den Waldkauz wie auch für viele andere Tiere wertlos. Hier kann er nicht brüten und findet keine Nahrung. Deshalb ist der Waldkauz ein großer Fan von naturnaher Forst- und Landwirtschaft“, sagt Bosch. In Siedlungen ist der Waldkauz ebenfalls zu beobachten, sofern in Gärten, Parks und Friedhöfen alte Bäume stehen. Dennoch scheint er stark besiedelte und zerschnittene Landschaften eher zu meiden. 

 

Neben Baumhöhlen nutzen die Eulen mancherorts auch Nistkästen oder Nischen an Gebäuden. Die Brutzeit ist außergewöhnlich lang: Sie startet im März und dauert bis in den Juli hinein. Je nach Witterung beginnen Waldkäuze sogar noch früher mit dem Brutgeschäft, in den wärmeren Städten mitunter sogar schon im Januar. Wobei die Käuze nur eine Brut im Jahr haben. Die Gelege umfassen zwei bis sechs Eier, im Mittel 3,5. „Der Bruterfolg hängt stark vom Nahrungsangebot ab – es muss nicht nur genügend Mäuse geben, sie müssen auch erreichbar sein: Wenn zum Beispiel während der Brut Schnee liegt, unter dem sich die Mäuse verstecken, hat der Waldkauz ein Problem“, sagt der NABU-Experte.

Hintergrund: Der Waldkauz
In Deutschland gehen Fachleute von 43.000 bis 75.000 Brutpaaren aus. Sie sind in Südwest- und West-Deutschland häufiger als im Osten. Der Waldkauz ist ein Standvogel, zieht also nicht wie ein Zugvogel im Winter weg. 

Waldkäuze sind an ihrem kompakten Körperbau und dem rindenfarbigen, grau- oder rotbraunen Gefieder zu erkennen. Auf ihrem gedrungenen Rumpf sitzt ein großer Kopf ohne Federohren. Seine großen runden „Knopfaugen“ geben ihm ein freundliches Aussehen. Der stark gekrümmte Schnabel ist gelblich gefärbt. Waldkäuze werden mit 40 bis 42 Zentimetern Länge etwa so groß wie Krähen und wiegen ungefähr ein halbes Kilogramm. Wie alle Eulen fliegen sie dank ihres speziellen Gefieders nahezu geräuschlos. Waldkäuze sehen ausgezeichnet – auch im Dunkeln, wenn noch ein wenig Restlicht vorhanden ist. Bei völliger Dunkelheit verlassen sie sich ausschließlich auf ihr exzellentes Gehör.

 

Aktuelle Kurzinformation zur ornithologischen Situation im Februar 2017:

 

Momentan sammeln sich die Singschwäne wie in jedem Frühjahr vor dem Eriskircher Ried zum Abflug in die Brutgebiete ab Ende Februar/Anfang März. Etwa 200 Vögel halten sich aktuell zwischen der Rotachmündung und der Schussenmündung auf. Sehr gut zu beobachten sind die Vögel von der östlichen Uferstraße in Friedrichshafen aus, aber auch vom Hafen in Fischbach FN aus sind unter vielen Höckerschwänen Singschwäne zu entdecken.

 

Gesänge von Kleinvögeln als Vorboten des Frühlings:

 

In den Vormittagsstunden können auch bei Schneelage bereits die Gesänge vom Gartenbaumläufer und Kleiber, Misteldrossel, Stieglitz, Grünfink, Buchfink und andere vernommen werden. Auch die Meisen-Gesänge hört man nun wieder vermehrt in den Stadt-Biotopen, Feuchtgebieten und Wäldern.

 

Kurzinfo: MH, GK

 

++++Die ersten Wintergäste sind eingetroffen ++++

Seit etwa einer Woche halten sich bis zu 12.000 Reiherenten und Tafelenten vor dem alten Eriskircher Strandbad auf. Es handelt sich um eingetroffene Überwinterungsgäste, die zwischen den großen Bodensee-Rieden Wollmatinger Ried/Ermatinger Becken und Eriskircher Ried ihre Tages-Rastplätze wechseln. Auch sind seit dem 12. November die ersten Singschwäne im Eriskircher Ried aufgetaucht, in den letzten Jahren waren sie allerdings schon einen Monat früher eingetroffen.

Der sichtbare Kleinvogel-Durchzug entlang des Bodenseeufers ist weiterhin aktuell bemerkbar, so zogen noch am 13. November mindestens 2000 Kleinvögel uferlängs nach Nordwesten, darunter 800 Wacholderdrosseln, etliche hoch nordische Rotdrosseln auf dem Weg Richtung Mittelmeer und auch die ersten Trompetergimpel (Pyrrhula pyrrhula pyrrhula) aus dem nordöstlichsten russischen Europa überflogen nun unser Gebiet, ein seit einigen Jahren sich wiederholendes Schauspiel.

In diesem Jahr konnte kein massives Auftreten von sogenannten Invasoren festgestellt werden wie zum Beispiel Meisen, Eichelhäher oder andere.

Der insgesamt recht schwache diesjährige sichtbare Kleinvogel-Vogelzug konnte in diesem Jahr nur an wenigen Tagen kontrolliert werden, Zähl-Kontrollen werden aber bis Anfang Dezember beibehalten." 

 

Der Vogelzug über Baden-Württemberg ist in vollem Gange: Jedes Jahr verlassen etwa 250 Millionen Zugvögel ihre Brutgebiete in Deutschland, um in Südeuropa oder Afrika zu überwintern.

Foto: OKlose

Foto: Monika Povel

 

 

Erste Meldungen vom Vogelzug

 

Seit Oktober halten sich etwa 14.000 Tauchenten vor dem alten Eriskircher Strandbad auf. Sie befinden sich momentan auf dem Durchzug Richtung Mittelmeer. Einige davon werden aber  bereits hier den Bodensee als Winterquartier nutzen. Es handelt sich überwiegend um Reiherenten (etwa 10.000), den Rest bilden Tafelenten (etwa 4000).

Bei Kontrollen des sichtbaren Tagzuges von Kleinvögeln gab es bislang keinen Hinweis auf überdurchschnittliches Auftreten von Invasionsvögeln (zum Beispiel Meisen, Eichelhäher usw.), die geringen Finkenzahlen blieben im bekannten Rahmen der letzten Jahre. Wohl aber konnte als Irrgast ein zentralsibirischer Laubsänger, ein Gelbbrauen-Laubsänger Phylloscopus inornatus am 3.10.2016 beim Seewiesenesch in Friedrichshafen Ost nachgewiesen werden (M. Hemprich, R. Morgen), es gelangen sogar Tonaufnahmen als Belege für diesen äußerst seltenen Durchzügler.

Erst ab November werden regelmäßige Vogelzugkontrollen am Bodenseeufer in Eriskircher Ried in diesem Jahr durchgeführt, die bis Anfang Dezember andauern werden, um den durch den Klimawandel Richtung Winter verschobenen Vogelzug zu dokumentieren.

 

 

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Zum siebten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten          „Stunde der Wintervögel“ auf, die im Jahr 2017 vom 6. bis 8. Januar stattfindet.

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Informationen zur Geflügelpest (Vogelgrippe) folgen Sie diesem Link:

https://baden-wuerttemberg.nabu.de/news/2016/21485.html