Weniger gefiederte Gäste am Futterhaus

Zwischenergebnis zur „Stunde der Wintervögel“

Auf die ersten drei Plätze sind Haussperling, Kohlmeise und Feldsperling geflattert, während Amseln deutlich weniger gesichtet wurden. Durch den milden Winter kamen insgesamt weniger Vögel an die Futterhäuschen.

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9. Januar 2019 – Die Zwischenbilanz zur neunten „Stunde der Wintervögel“ offenbart deutschlandweit schlechte Nachrichten von der Amsel. Insgesamt zeigen sich die Wintervogelbestände aber recht stabil. Bei den Teilnehmerzahlen an Deutschlands größter Natur-Mitmachaktion deutet sich bundesweit erneut ein Rekord an. „In Baden-Württemberg haben, wohl aufgrund des trüben und nasskalten Wetters am Dreikönigswochenende, rund ein Viertel weniger Menschen die Vögel in Gärten, Parks und auf dem Balkon gezählt“, bedauert Stefan Bosch, NABU-Fachbeauftragter für Ornithologie im Land. Nach vorläufigem Ergebnis meldeten dem NABU bis zum heutigen Mittwoch fast 10.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde ihre Beobachtungen aus rund 6.900 Gärten in Baden-Württemberg. Gezählt wurden dort mehr als 256.000 Vögel – im Vergleich zum Vorjahr auch rund 25 Prozent weniger. Die Zahl der gesichteten Vögel pro Garten liegt in Baden-Württemberg mit 37,3 etwas unter dem bundesweiten Ergebnis (38,2).

Auf die ersten drei Plätze sind Haussperling, Kohlmeise und Feldsperling geflattert. Die Blaumeise ist vom dritten auf den vierten Rang abgerutscht, während es der Buchfink von Platz sechs wieder in die Top 5 geschafft hat. Bei der Amsel, deren Bestand bereits im Vorjahr um 25 Prozent niedriger lag als 2017, wurden erneut 22 Prozent weniger Exemplare gesichtet. „Der Usutu-Virus hat im Sommer auch im Südwesten erneut zugeschlagen, was sich jetzt in den Zahlen widerspiegelt“, so Stefan Bosch. 

Weniger Waldvögel und Wintergäste an der Futterstelle
Wenn Vogelfreundinnen und Vogelfreunde bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ am heimischen Futterhäuschen deutlich weniger zu zählen hatten, dann lag das vor allem am europaweit sehr milden Winter. Auch viele Waldvögel haben sich am Futterhaus diesmal rargemacht. „Daran änderte auch der plötzliche Wintereinbruch am Zählwochenende mit starken Schneefällen in Süddeutschland nichts mehr. Kleiber, Schwanzmeise, Eichelhäher und Tannenmeise – sie alle haben 2018 vom Mastjahr in den Wäldern mit vielen Bucheckern, Eicheln und Samen profitiert. Gärten als Ersatzlebensraum und Futterplatz waren daher wenig gefragt.“

Stark vertreten waren im Südwesten diesmal die Wintergäste Erlenzeisig (Rang 8) und Bergfink (Platz 12). Die Grünfinken gehören 2019 ebenfalls zu den Gewinnern mit 11.000 Sichtungen (plus 25 Prozent) und Platz 7. Bundesweit haben sie jedoch etwas verloren. Der Seidenschwanz wurde im Land noch seltener gesichtet. Ebenso machte sich der Star rar – der Jahresvogel 2018 verlor einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. „ Verlierer sind auch Rabenvögel wie Elster und vor allem Saat- und Rabenkrähe“, berichtet Stefan Bosch.

Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse nachgemeldet werden, auch die Eingabe von Meldungen, die per Post kommen, steht noch aus. Außerdem findet bis zum 11. Januar die „Schulstunde der Wintervögel“ statt, deren Zahlen in die Endauswertung Ende Januar einfließen.

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